Über mich

Ich heiße Khaled Al-Abbas und wurde 1991 in Syrien geboren. In meiner Heimat studierte ich Pharmazie, aber ich habe meinen Bachelor-Abschluss nicht erreichen können, da der syrische Geheimdienst im Juni 2011 in meinem Elternhaus in Deirezzor nach mir fahndete, als ich mich während eines Praktikums in Dubai befand. Die Gründe dafür waren meine humanitären Aktivitäten und meine Medienberichte über die Massaker am syrischen Volk. Seit der Durchsuchung meines Elternhauses kann ich nicht mehr nach Syrien zurückkehren und bin deswegen nach Deutschland gegangen.

In Deutschland wurde ich am Anfang mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert, da es ganz anders als Syrien ist. Es ist ein Land mit sehr vielen Gesetzen und Regeln und auch wenn das manchmal vieles kompliziert macht, so öffnet es die Möglichkeit, in Frieden und Glück miteinander zu leben.

Seit meiner Kindheit versuche ich mich auf dem Gebiet der Programmierung zu entfalten und weiterzuentwickeln. Ich hatte nicht die Gelegenheit, ein Informatikstudium zu beginnen, da ich auf Wunsch meines Vaters Pharmazie studierte. In Syrien war es mein Traum, in einer Telekommunikationsgesellschaft zu arbeiten, aber die Zukunft war bereits anders vorgesehen. Dann habe ich in Deutschland entdeckt, dass es viele Möglichkeiten gibt, einschließlich der dualen Ausbildung. Nachdem ich ein Jahr lang das Goethe-Institut besucht hatte um Deutsch zu lernen, habe ich mich bei verschiedenen Firmen beworben inklusive Telekom.

Am 01.09.2014 habe ich meine Ausbildung als Fachinformatiker bei der Deutschen Telekom begonnen und ich bin sehr zufrieden. Es gibt keine Reue wegen dem Verlust des Pharmaziestudiums, denn ich habe jetzt das Gefühl, dass mein Platz bei Telekom ist und die Zukunft beginnen kann. Mir gefällt das System der dualen Ausbildung, denn ich kann viel praktisch arbeiten, was mir sehr viel Spaß macht, aber ich habe auch gute Lehrer im theoretischen Teil. Ich möchte meine Ausbildung so schnell wie möglich abschließen und in der Firma mehr leisten als gefordert.

Seit dem 01.10.2014 versuche ich in meiner Freizeit, so weit es mir mit meinem Status als Ausländer und meiner Hauptarbeitsstelle bei der Telekom möglich ist, zu arbeiten. Ich hatte einen Nebenjob bei „Depot“, wo ich 10 Stunden pro Woche arbeitete. Ich bin ein junger Mann und habe die Möglichkeiten viel zu machen und so konnte ich dort als Verkäufer arbeiten.

In der Zeit von September 2015 bis März 2016 habe ich als freiwilliger Sozialbetreuer und Dolmetscher in Ersteaufnahmecamps für Flüchtlinge in Dresden gearbeitet. Es hat mir Spaß gemacht mit den Flüchtlingsfamilien zu sprechen.

Seit dem 01.03.2016, nachdem ich Erfahrungen bei Depot gesammelt hatte, habe ich bei der AOK Plus eine Stelle bekommen als Kundenbetreuer für Flüchtlinge. Ich arbeite 8 Stunden die Woche, denn ich finde, dass ich mit dieser Stelle vielen Flüchtlingen helfen und viele weitere Erfahrungen sammeln kann. Ich freue mich drauf, ein professioneller Kundenbetreuer zu sein und die Leute in den Alltagssituationen zu helfen.

Letztendlich hoffe ich, meine Zukunft mit den Mitteln, die Deutschland mir gibt, bestmöglich zu gestalten und ein aktives Mitglied in der Gesellschaft zu sein. Ich hasse Ungerechtigkeit und Gewalt und werde mich weiterhin für meine Landsleute einsetzen, damit sie frei und demokratisch leben können und nicht tagtäglich durch das Regime oder extremistische Gruppen ermordet werden.